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Stellenangebote richtig lesen!

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Sie sind grade auf Jobsuche und kämpfen sich durch den Floskel-Jungle der Anforderungen in Stellenanzeigen? Da können wir helfen. Im zweiten Teil unserer Blogreihe „Do it right – der Weg zum Job“ helfen wir Ihnen, Stellenangebote richtig zu lesen und Anforderungen korrekt zu interpretieren.

Der Aufbau

So unterschiedlich Stellenangebote wirken, so einheitlich ist ihr inhaltlicher Aufbau. Grundsätzlich sind in jeder (seriösen) Stellenanzeige folgende Bausteine zu finden:

  • Der Jobtitel
  • Beschreibung der vakanten Stelle/Aufgabendefinition
  • Das Anforderungsprofil
  • Das Unternehmensprofil
  • Was das Unternehmen bietet
  • Kontaktinformationen


Das Anforderungsprofil

Generell gilt: Je eher eine Anforderung genannt wird, desto wichtiger ist sie für die ausgeschriebene Stelle. Die geforderten Qualifikationen an Bewerber unterteilen sich in Muss-Anforderungen und Kann-Anforderungen. Sie erkennen den Unterschied an den Formulierungen:

Formulierungen für MUST-HAVES:

  • Setzen wir voraus/Voraussetzungen sind…
  • …sind erforderlich
  • … bringen Sie mit
  • Erwartet wird…
  • Unbedingt nötig sind…

Formulierungen für NICE-TO-HAVES:

  • …ist von Vorteil
  • Im Idealfall…
  • …sind wünschenswert
  • Erwünscht sind…
  • Hilfreich wäre…
  • Sie haben…
  • Zusätzlich bringen Sie … mit


Thema Erfahrung

Neben den Einstufungen „Grundkenntnisse“ bis „sehr gut“ bzw. „verhandlungssicher“, gibt es noch die Abstufungen von „erster Erfahrung“ bis „fundierter Erfahrung“, die weit mehr Interpretationsspielraum lassen.

Erste Erfahrung:
z.B. passende Praxiserfahrung durch Praktika, Aushilfsjobs, Werkstudententätigkeit

Einschlägige Berufserfahrung:
Arbeitserfahrung in genau dem gewünschten Bereich, längere Praktika, Traineeships
à Die Einarbeitung in diesem Bereich soll schnell klappen

Umfassende/fundierte/mehrjährige Berufserfahrung:
Arbeitserfahrung, die man genau in diesem Job/dieser Tätigkeit über Jahre gesammelt hat
à Voraussetzung ist, dass Sie sich sehr gut auskennen und kaum Einarbeitungszeit benötigen

 

Softskills

Spannend wird es im Bereich der Softskills. Hier eine Übersicht, was sich hinter welcher geforderten Eigenschaft verbirgt.

Abschlussorientierung:
Diese Formulierung finden Sie üblicherweise für Stellenangebote im Verkauf oder Vertrieb. Hier ist nicht der Weg das Ziel, es geht allein um den Umsatz. Wie Sie diesen generieren ist zweitrangig.

Belastbarkeit:
Auch wenn es mal kompliziert wird, behalten Sie den Überblick. Termindruck oder unvorhergesehene Herausforderungen bringen Sie nicht aus der Ruhe. Auch in Stresssituationen leisten Sie zuverlässige Arbeit.

Durchsetzungsvermögen:
Sie sind in der Lage, Ihre Überzeugungen und Meinungen (oder die Ihres Chefs) auch bei Gegenwind zu vertreten und diese durchzusetzen.

Dynamik:
Sie sind mit Begeisterung und Energie bei der Sache und darüber hinaus fähig, Ihre Kollegen mit Ihrem Tatendrang mitzureißen.

Eigenverantwortung:
Sie arbeiten selbstständig und wissen genau, was in Ihrem Verantwortungsbereich liegt. Auch wenn etwas schiefgeht, können Sie damit umgehen, die Konsequenzen zu tragen.

(Hohe) Einsatzbereitschaft:
Sie sind bereit, alles für den Job zu geben und auch Ihr Privatleben, wenn es sein muss, hinten anzustellen.

Empathie:
Sie können sich in Ihr Gegenüber hineinversetzen, verstehen und akzeptieren die Gefühle und Ansichten anderer.

Entscheidungsstärke:
Entscheidungen treffen fällt Ihnen leicht und Sie scheuen sich nicht, die Verantwortung für Ihre Entscheidung zu übernehmen.

Erfolgswille:
Sie wollen Karriere machen, sind ehrgeizig und Wettbewerbssituationen – auch unter Kollegen – machen Ihnen nichts aus.

Flexibilität:
Wird diese Eigenschaft in Stellenangeboten betont, spricht dies für häufig wechselnde Tätigkeiten, in die Sie sich schnell einfinden müssen.

Kommunikative Kompetenz:
In Ihrer täglichen Arbeit werden Sie die meiste Zeit im Kontakt mit Menschen sein, ob telefonisch, persönlich oder schriftlich. Sie sollten sich also sehr gut ausdrücken können.

Kreativität:
Sie sind in der Lage, für jede Herausforderung eine Lösung zu finden.

Mobilität:
Sie werden wenig Zeit am selben Schreibtisch verbringen, denn Ihr Einsatzort wechselt häufig. Es macht Ihnen demnach nichts aus, unterwegs zu sein oder zu reisen.

Organisationstalent:
Sie können gut priorisieren und bekommen alle anfallenden Aufgaben unter einen Hut.

Leistungsbereitschaft:
Es macht Ihnen nichts aus, auch länger als vertraglich vereinbart zu arbeiten, sofern es die betriebliche Situation erfordert.

Kundenorientierung:
Sie identifizieren sich mit Ihrer Rolle als Dienstleister und stellen die Wünsche und Bedürfnisse Ihrer Kunden in den Mittelpunkt.

Teamfähigkeit:
Sie sind kein Einzelkämpfer und durchaus bereit sich selbst zurück zu nehmen, um sich in der Gruppe einzufügen.

Unternehmerisches Denken:
Wirtschaftlichkeit steht in ihrem beruflichen Alltag im Vordergrund. Sie berücksichtigen bei Ihren Entscheidungen stets die Interessen Ihres Arbeitgebers.

 

Das Unternehmensprofil und was das Unternehmen bietet

Auch aus diesen Bausteinen lassen sich spannende Informationen über Ihren zukünftigen Arbeitgeber ziehen. Neben den Informationen wie Alter des Unternehmens, Spezialisierung und gegebenenfalls den angestrebten Werten, können Sie anhand der gewählten Formulierungen weit mehr über die internen Strukturen erfahren.

 

Über das Unternehmen 

Innovatives dynamisches Unternehmen
Dieses Unternehmen liebt Neuerungen und braucht kreative Köpfe, die ein Idee nach der anderen entwickeln und einbringen – eine gewisse Portion Stressresistenz ist hier von Vorteil, denn wo viel in Bewegung ist, geht auch ab und an etwas schief.

Traditionsunternehmen
„Das war schon immer so“ lautet die Philosophie. Tradition steht hier für fest etablierte Strukturen. Veränderungsprozesse laufen hier nur sehr sehr langsam ab.

Flache Hierarchien
Dieses Unternehmen setzt auf Eigeninitiative und Eigenverantwortung. Sie müssen in der Lage sein, Entscheidungen zu treffen und zu diesen zu stehen.

 

Über das Team

Junges Team
Mitarbeiter sind hier um die 30. Positiv gesehen kann das an tollen Einstiegschancen liegen, negativ gesehen dient das Unternehmen schlichtweg als Sprungbrett und bietet keine Anreize für ältere Mitarbeiter, im Unternehmen zu bleiben.

Überschaubares Team
In einem kleinen Team kann sich keiner verstecken. Das Unternehmen ist auf Allroundtalente angewiesen, die auch vor einer hohen Arbeitsbelastung nicht zurückschrecken. Denn das erhöhte Arbeitsaufkommen wird nur von wenigen Schultern getragen.

Eingespielte Mannschaft
Das Team besteht in dieser Zusammensetzung schon seit vielen Jahren und kennt sich gut. Es könnte eine Herausforderung werden, sich als neues Teammitglied zu beweisen.

 

Zum Gehalt

Üblicherweise sind Angaben zum Gehalt nicht konkret in Zahlen angegeben, sondern werden umschrieben.

Dynamische Lohnbestandteile/Leistungsbezogene Vergütung
Neben Ihrem Grundgehalt bekommen Sie erfolgsabhängige Boni, Prämien oder Provisionen. Achten Sie hier auf klare und transparente Regelungen und besonders darauf, ob Ihnen das Grundgehalt zum Leben ausreicht, sollten die variablen Bestandteile Ihres Lohns ausbleiben.

Attraktives Gehalt/Überdurchschnittliche Bezahlung
Diese Formulierungen sollen vor allem locken. Allerdings werfen sie meist mehr Fragen auf, als sie beantworten. Ab welcher Höhe und für wen ist das Gehalt attraktiv? Wo liegt der Durchschnitt? Und wie viel über dem Durchschnitt ist gemeint?

 

Bewerben oder nicht bewerben? 

Wenn man davon ausgeht, dass sich Personaler beim Schreiben der Stellenangebote genau überlegen, wie sie welche Passage formulieren, ist es interessant zu wissen, was sich hinter welcher Anforderung verbirgt. Allerdings gilt es auch, nicht jedes Wort auf die Goldwaage zu legen und sich im Zweifel trotzdem zu bewerben. Denn keiner kann alles können.

Weiterhin empfehlen wir Ihnen, bei Unklarheiten den angegebenen Ansprechpartner zu kontaktieren und bei Fragen nachzuhaken.