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Einigung auf Tarifvertrag

| Tarifvertrag

Am 30. November 2016, haben sich die Verhandlungsgemeinschaft Zeitarbeit (VGZ) und die Tarifgemeinschaft Leiharbeit des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) nach einer mehr als 24-stündigen Debatte auf einen neuen Tarifabschluss geeinigt.

Nachdem die DGB-Gewerkschaften vor knapp zwei Monaten ihre Forderungen aufgestellt hatten, reagierten die Arbeitgeber im Oktober mit einem Angebot.

Obwohl eine Einigung in diesem Jahr zunächst nicht in Sicht war, haben die Verhandlungspartner einen Abschluss mit der Laufzeit von 36 Monaten getroffen.

Folgendes wurde beschlossen

Innerhalb von fünf Jahren, bis zum 1. April 2021, soll eine vollständige Ost-West-Angleichung der Löhne realisiert werden. Darüber hinaus werden die Entgelte in vier Stufen erhöht.

Im Folgenden zitieren wir die genauen Zahlen der einzelnen Stufen aus der Mitteilung des BAPs vom 30. November 2016:

Zum 1. März 2017 (1. Stufe):

Erhöhung Entgelte West:
Alle Entgeltgruppen (EG): 2,5 %

Erhöhung Entgelte Ost:
EG 1: 4,82 %
in allen anderen EG: 4,0 %

Laufzeit für diese Stufe: 13 Monate

Zum 1. April 2018 (2. Stufe):

Erhöhung Entgelte West:
Alle EG: 2,8 %

Erhöhung Entgelte Ost:
Alle EG: 4,0 %

Laufzeit bis zur 3. Stufe: 12 Monate

Zum 1. Januar 2019 (Anpassungsstufe):

Erhöhung Entgelte Ost:
EG 1: 2,4 %
EG 2: 3,9 %
EG 3-9: keine Erhöhung

Zum 1. April 2019 (3. Stufe):

Erhöhung Entgelte West:
EG 1 und 2: 3,2 %
EG 3-9: 3,0 %

Erhöhung Entgelte Ost:
EG 1 und 2: keine Erhöhung
EG 3-9: 3,5 %

Laufzeit für diese Stufe: 6 Monate

Zum 1. Oktober 2019 (4. Stufe):

Erhöhung Entgelte West:
EG 1 und 2: Erhöhung um 0,17 EUR
EG 3-9: keine Erhöhung

Erhöhung Entgelte Ost:
EG 1 und 2: Erhöhung um 0,17 EUR
EG 3-9: keine Erhöhung

Stimmen und Meinungen zur Einigung

Thomas Bäumer, Vizepräsident des BAP und Verhandlungsführer der VGZ:
„Es waren harte Verhandlungen. Um einen Tarifabschluss herbeizuführen, sind die Arbeitgeber bis an die Belastungsgrenze der Unternehmen gegangen. Es ist zu befürchten, dass die Abschlüsse – vor allem in den neuen Bundesländern – den Einsatz von Zeitarbeitnehmern deutlich erschweren werden. Mit diesem Tarifabschluss wird sich die Anzahl der Zeitarbeitnehmer im Osten stark vermehren, die merklich mehr verdienen als die Stammbelegschaft. Positiv ist allerdings – wir haben Planungssicherheit bis Ende 2019.“

Lutz Martens, Regionalsprecher Mitte des BAPs und Geschäftsführer von Maximum Personalmanagement GmbH:
„Erfreulicherweise haben die Tarifvertragsparteien sich noch in diesem Jahr geeinigt. Die Angleichung der Gehälter im Osten an das Westniveau ist eine starke Herausforderung. Hier hat wieder die Zeitarbeit eine Vorreiterrolle in der Wirtschaft übernommen. Im Westen verdient ab Oktober 2019 kein Zeitarbeitnehmer weniger als 9,96 € pro Stunde.“